Marmorkuchen für Helga 🤎💛 In den vergangenen Wochen ist es hier sehr still gewesen. Zuerst habe ich drei wahnsinnig schöne Wochen mit meiner kanadischen Cousine in Hamburg und Paris verbracht. Am Tag Ihrer Abreise haben wir uns am Morgen am Flughafen verabschiedet. Nur wenige Stunden später mussten wir uns für immer von meiner wunderbaren Schwiegermama verabschieden. Sie war ganz plötzlich verstorben.
Helga war mir eine wunderbare Schwiegermama. Sie war auf ganz zauberhafte Weise sehr unerschrocken, willensstark, freiheitsliebend und eigensinnig. Ich war immer so dankbar, sie neben meinen Eltern als starkes Vorbild zu haben. Sie fehlt uns schon jetzt so sehr.
Kulinarisch waren wir uns nicht immer einig – das machte aber nichts, wir haben dennoch viele Gemeinsamkeiten gefunden. Helga liebte deftiges Essen, bedingungslos Kartoffeln und es gab immer eine Dose Quality Street in der Schublade. Daraus durfte ich mir ohne Kommentar immer nur die zwei Sorten raussuchen, die ich mochte (obwohl sie die selbst liebte). In Ehren halten werde ich einige Ihrer Rezeptsammlungsordner, in denen sie Rezeptschnipsel sammelte oder fein säuberlich Rezepte auf Ihrer Schreibmaschine tippte und einsortierte.
Gebacken hat sie bis zuletzt. Sie liebte ganz besonders trockene Sandmassekuchen – mit Schokodrops oder Rosinen. Im Kasten oder als Guglhupf. Ich gestehe, ich musste den immer mit einem Schluck Kaffee oder Tee runterspülen – darüber haben wir beide immer gelacht.
Da ich Verluste mit kulinarischen Erinnerungen verarbeite, habe ich ihr dieses Rezept gewidmet. Ein klassischer Marmorkuchen. Allerdings nicht trocken, sondern saftig. Diese Sandmasse ist ein gleichschwer Kuchen, bei dem Butter, Zucker, Eier und Mehl ungefähr das gleiche Gewicht haben. Bei mir kommt in die Schokomasse noch fein gehackte Kuvertüre als kleine Erinnerung an Helgas Schokodrops. Das Rezept ist adaptiert vom Le Cordon Bleu aus der Reihe der „Gâteaux de Voyage“. Also Reisekuchen, die sich super gut transportieren lassen und ohne Kühlung frischhalten.
Mir tut das Backen und Kochen bei Verlusten immer gut, weil ich dabei noch mal so richtig schön in Erinnerungen schwelgen kann. Das macht zwar auch traurig, aber es zeigt auch, wie verbunden man mit diesem Menschen war. Wenn Ihr das Rezept für den Marmorkuchen also nachbackt, denkt gern an einen lieben Menschen, der Euch fehlt oder Euer Leben bereichert.
Viel Spaß beim Ausprobieren!
P.S.: Auch in der Kastenform gebacken werden dieses Pumpkin Bread mit Kürbis-Streusel, Zitronenkuchen (ohne Ei) und Matcha Tee Zitronenkuchen.
Zutaten
- 220 g Butter, zimmerwarm
- 220 g Puderzucker
- 250 g Ei (ca. 4 Stück)
- 1 Vanilleschote
- 290 g Weizenmehl, Type 405
- 4 g Weinstein-Backpulver
- 25 g Backkakao
- 60 g Vollmilch
- 100 g Zartbitterküvertüre, fein gehackt
Zubereitung
- Den Backofen auf 170 °C Ober-/Unterhitze (150 °C Umluft) vorheizen. Eine Kastenform 28 cm x 10 cm mit Backpapier auslegen.
- Die Butter in einer Schüssel cremig aufschlagen. Puderzucker zugeben und nochmals aufschlagen.
- Die Eier nacheinander zugeben und einarbeiten. Abschließend das Mark der Vanilleschote zugeben und aufschlagen.
- Weizenmehl und Backpulver in einer Schüssel gründlich mischen. Dann in mehreren Schritten zur Butter-Ei-Mischung geben und zu einer homogenen Masse verarbeiten.
- Ein Drittel der Masse in eine separate Schüssel geben.
- Kakao und Milch in einer Schüssel zu einer Paste verrühren. Dann in die Schüssel mit der abgenommenen Masse geben und alles gut verrühren. Die fein gehackte Zartbitterkuvertüre unterheben.
- Die zwei Massen abwechselnd mit einem Eisportionierer in die Kastenform geben und dann zum Abschluss mit einer Messerschneide durchziehen.
- Im Backofen ca. 45 Minuten backen. Stäbchenprobe machen und ggf. länger backen. Anschließend 10 Minuten in der Form abkühlen lassen. Aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.